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Bodo Bach

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BBV/Bocholt. Wenn Bodo Bach zu Besuch bei der Bühne Pepperoni ist, dann ist es gut, wenn man im Publikum in der Gaststätte Wissing-Flinzenberg sitzt oder Bocholt möglichst frühzeitig fluchtartig verlässt, denn Bodo Bach hat eine lästige Passion: Er telefoniert leidenschaftlich gerne. Und das mit Leuten, die er gar nicht kennt. Und die bedauern meistens später, dass sie das Klingeln des Telefons nicht einfach ignoriert haben.
Denn Bodo Bach ist ein Schlitzohr, wie Ines Terhorst leidvoll erfahren sollte. Die zukünftige Braut hatte nach zähen Bemühungen endlich ein Lokal gefunden, in dem sie und ihr Zukünftiger Carsten den Eintritt ins Eheleben stilvoll feiern konnten – bis der Comedian durch Ines´ Chef Uwe Grams davon erfuhr. Pech für die Braut, denn Bach konstruierte die Geschichte der Urnenbestattung der Lieblingstante Erika, die durch einen Fehler in der Terminplanung am gleichen Tag in besagter Gaststätte begangen werden sollte.
Mit skurrilen Vorschlägen („Wenn Sie in der ersten Stunde nicht übertrieben laut feiern, dann sehe ich da kein Problem“) versuchte der „Best Ager“ („Ich bin 50 plus 43 Monate“) die absurde Situation scheinbar zu retten. Doch als der Witzbold mit dem schwachen Bindegewebe den Bräutigam zu einigen teilnahmsvollen Worten zu Ehren der verblichenen Tante Erika animieren wollte („Der hat bestimmt einen schicken Anzug an und sie war wirklich eine ganz Nette“), hörte der Spaß für die ahnungslose Ines auf. Mehr Glück hatte Christof Giesers, der vom Anruf Bachs in einer Bocholter Kneipe erwischt wurde und prompt eine Einladung in die Show erhielt. Zum Glück machte Giesers keinen Umweg über die A 3, deren rechte Spur für die Holländer mit ihren „Wohnkonserven“ gesäubert ist und auf der es von „Geschwindigkeitsallergikern“ („Stau ist nur hinten blöd – vorne geht´s“) offensichtlich nur so wimmelt.
»Stau ist nur hinten blöd – vorne geht´s«
Bodo Bach

Da bietet die Pinkelpause an der Raststätte („Das ist gar nicht mehr dreckig. Da gibt es jetzt „Sanifair“. Das ist mittlerweile so schön da, da machen die Holländer Urlaub“) ungeahnte Möglichkeiten der Entspannung, die er ansonsten mit Gattin Gerda bei Yogaübungen in der indischen Klangschale findet. Das Eheweib ist rein modisch gesehen ein Desaster und benötigt wie die heimischen vier Wände eine Altbausanierung. Doch auch hier zeigt sich, dass unangemessener Sparwille nicht zum erhofften Ziel führt und unqualifizierte Pseudo-Handwerker aus dem Internetportal „Schwarzarbeiter.de“ mit „Klempner-Dekolleté“ das Baumarkt-Parkett als Vertäfelung unter die Decke zimmern („Da guckst Du: Decke!“), damit es nicht der unnötigen Abnutzung preisgegeben wird. Über ein gepflegtes „Gebets-Laminat“ verfügt Nachbar Ibrahim, dem der aufgeklärte Bach zum Einzug einen hessischen Fresskorb kredenzt. Ein letzter kurzer Anruf bei der örtlichen Polizei sicherte den Besuchern nach einem lachtränenfeuchten Abend ein sicheres Geleit nach Hause.

Von Beate Theyssen