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Christian Ehring – Kabarett zum Frühstück

eingetragen in: 2012 – 2013 | 0

Kabarett zum Frühstück – Christian Ehring geizt nicht mit flotten Sprüchen zu Kaffee und Croissants

Bocholt. Fristlos gefeuert, und das nur, weil dem Moderator Elmar Stelzwedel in seiner Nachrichtensendung ein winziger Versprecher unterlaufen ist. „Statt ,Kann der Iran Uran anreichern’ sagte er: ,Kann der Iran Urin anreichern’“, erklärte Christian Ehring seinem lachenden Publikum. Mit dem Auftritt des Kabarettisten landeten Christa und Klaus Hoffs wieder einmal ein richtigen Volltreffer.
In der ausverkauften Vorstellung der Bühne Pepperoni bekamen die Besucher am Sonntagmorgen im Hotel Residenz doppelte Kost. Sie bedienten sich am Frühstücksbuffet, bevor Christian Ehring zwei Auftritte von jeweils 30 Minuten servierte. Seine Mischung aus Theater, Musik und politischer Satire begeisterte das Publikum.
„Ich bin baff, Sie sind wahrscheinlich die Info-Elite, die morgens schon von dem Wachwerden das Radio einstellt“, startete Ehring sein Programm. Die Zuhörer wurden in der Folge von Pointen und flotten Sprüchen nur so überschüttet. Dabei griff Ehring aktuelles Geschehen weltweit auf: Ob es die Naturkatastrophe in den Vereinigten Staaten war, die Obama möglicherweise für eine zweite Amtszeit nutzt oder die Punk-Ladys in Moskau. Für die drei russischen Damen hatte er eigens ein Lied komponiert, das sie vielleicht nicht ins Gefängnis gebracht hätte. Die Ballade trug Ehring nicht ohne Anspielungen auf den „lupenreinen Demokraten Wladimir Putin“ vor.
Auch die Bundesregierung bekam ihr Fett weg. Angela Merkel weine nicht, sagte Ehring. „Wenn man bei ihr zwei Tränen sehen möchte, sollte man sich nur Rösler und Westerwelle ansehen.“ Und Frau Schavan, die wie Wulff und Guttenberg das vollste Vertrauen der Kanzlerin genießt, bewertet Ehring so: „Das vollste Vertrauen von Angela Merkel ist so etwas, was in der Französischen Revolution die Guillotine war.“
Nach der Pause legte Ehring noch ein paar Kohlen mehr auf. „Physikerin in der DDR zu sein, war doch für Frau Merkel nicht ganz einfach. Schließlich hatte das Politbüro die Naturgesetze ständig geändert: Arbeit war nicht mehr Kraft mal Weg, sondern Recht und Pflicht.“ Ob Islamismus, Lebensphilosophien, Migration, Stuttgart 21, Anglizismen oder die Ehe – für jedes Thema hatte Ehring den richtigen Spruch. Auch „Parallelgesellschaften“ wie Lehrer und Handwerker nahm das Ensemblemitglied des Düsseldorfer Kommödchens ins Visier.
Bei der Zugabe parodierte er Herbert Grönemeyer so gut, das es das Publikum kaum noch auf den Sitzen hielt.

Von Herbert Sekulla, BBV

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