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Hans Liberg

eingetragen in: 2008 - 2009 | 0

VON LARA ELBREDER
BOCHOLT Zu klassischer Musik wird selten gelacht oder mitgeklatscht. Außer bei Hans Liberg, denn da ist alles erlaubt. Gerne vermischt der Entertainer Klassik mit Pop, Rock’n’Roll und Jazz und nimmt seine Zuschauer mit auf eine neue Reise durch die Geschichte der Musikepochen.

Bereits zum zweiten Mal zeigte der niederländische Kabarettist am Samstag in Bocholt seine Qualitäten. Mit seinem neuen Programm „Das Beste“ begeisterte Liberg das Publikum im städtischen Bühnenhaus mit den Höhepunkten seiner Darbietungen der letzten fünfzehn Jahre.

Um kurz nach acht war es endlich so weit und Hans Liberg betrat mit seinem Streichquartett, alle im Mao-Outfit gekleidet, die Bühne. Chinesische Klänge ertönten aus dem Lautsprecher zusammen mit Piano, Tröte und Gong. „Na, haben sie die Melodie erkannt? Bocholt ist ja eine sehr musikalische Stadt“, scherzte Liberg und sorgte für Lacher bei den Zuschauern.

Geschickt baute er sein Publikum in seine Bühnendarbietung mit ein, indem er lediglich die Anfänge der Stücke spielte, so dass die Zuschauer sie erraten konnten. Dabei wurde es ab und zu auch mal verwirrend, wenn das Lied „ Oh Tannenbaum“ in einer Hochzeitsmelodie endete oder „Gloria in excelsis deo“ auf der Gitarre vorgetragen wurde „Tja, meine Damen und Herren, ich versuche zu spielen, wie Sie singen“, scherzte der Musiker. Bei seiner Eigeninterpretation des Liedes „Let it be“ von den Beatles in „Mother Merkel speaks to me“ gab es kein Halten mehr.

Auch zahlreiche Komponisten wie Beethoven, Schubert und Mozart fanden ihren Platz in Libergs Programm und wurden ganz neu interpretiert. Mit seinen nahtlosen Übergängen zwischen den verschiedenen Stilepochen und Musikern bewies Liberg absolute Starqualitäten.

Seine Scherze über Schubert, der angeblich ein schlechtes Management hatte, weil er erst nach seinem Tod Geld verdiente, und Beethoven, der bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitmachte, aber leider die Kritik von Dieter Bohlen nicht hören konnte, zeigten, dass Liberg nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern auch ein unverwechselbarer Komiker ist. Klassische Stücke wurden gleich in Moll und Dur gemischt gespielt und „Freude schöner Götterfunken“ auf holländisch angestimmt.

„Ich liebe kurze Stücke“, betonte Liberg und zeigte, dass Mozarts Kompositionen auch mit der Melodie eines Mobilfunkklingeltones ein schnelles aber amüsantes Ende haben können.

Den zweiten Teil seines Programms widmete Liberg zusammen mit seiner Sängerin Margarete den Opern. Sie hatte es jedoch nicht immer ganz leicht mit ihrem Partner, da sich dieser gerne den ein oder anderen Scherz erlaubte. „Es war einfach einmalig, ein super toller Abend“, berichtete Zuschauer Willi Boomers und auch Veranstalterin Christa Hoffs war mit der Resonanz zufrieden.

Einen besseren Kabarettisten hätte sich die Bühne Pepperoni für ihr Programm nicht aussuchen können.