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Ingo Oschmann

eingetragen in: 2005 - 2006 | 0

Von Vera Timotijevic, Bocholter-Borkener-Volksblatt
BOCHOLT So harmlos wie er in seinem rosa Hemd auf der Bühne wirkt, so harmlos ist auch sein Programm. Und das ist nicht abfällig gemeint. Ingo Oschmann ist bekennender Kuschelkomiker, und das ist auch gut so.

„Ich meine das nicht böse“ ist einer seiner Lieblingssätze, wenn er sich oder andere durch den süßen Kakao zieht. Mit „Wenn Sie lachen, ist es Oschmann!“ gastierte der Bielefelder Stand-up-Komiker am Samstag auf der Bühne Pepperoni und sorgte dort für herzliche Lachsalven jenseits der Bösartigkeit. Zwar oft auf Kosten einiger Besucher, doch nie gemein. Dieter, ein Gast aus der ersten Reihe, muss etwa den ganzen Abend immer wieder als Ansprechpartner für Oschmanns Pointen herhalten. Die ebenso junge wie hübsche Melanie darf für einen ausgedehnten Kartentrick gleich als Assistentin auf die Bühne. Das Publikum tobt vor Lachen. Dabei erzählt Oschmann eigentlich nur aus seinem Leben. Das nahm vor zwei Jahren eine abrupte Wendung, als der Zauberer und Komiker Sieger der Sat-1-Casting-Show „StarSearch“ wurde. Seitdem ist er C-Promi und wird von Passanten auf der Straße erkannt – „du, da ist der Kübelböck“ – oder erhält Einladungen für Doku-Soaps wie das Dschungelcamp.

Oschmann beleuchtet die ganze Chose mit ironischer Distanz und ehrlich wirkender Offenheit. Das beschert ihm die bedingungslose Sympathie des Publikums. Angefangen hat alles mit einer ganz normalen Kindheit in Bielefeld. Okay, Ingo ist etwas geprägt von der Ökophase der achtziger Jahre: „Kinder kommt rein, das Essen wird holzig“, hieß es, wenn es zu Tisch ging. Mutti bestand auch auf kratzige Wollstrumpfhosen und Bommelschalmützen. Doch dem kleinen Ingo muss seine Kindheit gefallen haben, schließlich ist er heute noch wie ein Peter Pan auf der Bühne – und der will ja bekanntlich nicht erwachsen werden.

Gegen Ende seines Auftritts therapiert der Komiker mit dem sonnigen Gemüt noch schnell das Publikum. Das hält nämlich plötzlich ein Papierstückchen mit einer Sonne in der Hand. Als Erinnerung an einen lustigen Abend, für Tage, an denen man sich wünscht, man wäre überhaupt nicht aufgestanden. Zwei Zugaben später und nach über zwei Stunden Programm entlassen die begeisterten Zuschauer ihren Entertainer – den netten Ingo.