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Lars Reichow 2009

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Dicke Deutsche, seltsame Franzosen
Der selbst ernannte „Unterhaltungskanzler“ Lars Reichow amüsierte sein Bocholter Publikum

Von Anya Knufmann, BBV
Bocholt. Mit einem Lob an die Münsterländer Frauen begann der selbst ernannte „Unterhaltungskanzler“ Lars Reichow einen Kabarettabend der besonderen Art: Frauen aus dem Münsterland seien die Besten, allerdings seien die Damen aus dem Rheinland auch nicht schlecht, erklärte er vor 370 Zuschauern in der ausverkauften Aula des St.-Josef-Gymnasiums. Und er spottete über dicke Deutsche, seltsame Franzosen und Brötchenkrümel am Frühstückstisch.
Als geradezu unerträglich empfinde er die vielen Brötchenkrümel, die seine Kinder beim Frühstücken auf Tisch und Boden verteilten. Brötchen sollten niemals auf flachen Holzbrettchen geschnitten werden. „Auch Brötchen brauchen Begrenzungen“, forderte Reichow. Gefrühstückt werde bei ihm zu Hause in Zukunft sowieso nur noch vor der Hauseinfahrt. Wenig gute Haare ließ Reichow auch am französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, schließlich benehme sich dieser winzige Staatsmann manchmal wie ein deutscher Wimbledonsieger. „Egalité, prêt à porter, sexualité!“ sei der neue Leitspruch des französischen Präsidenten.
Was hingegen Reichows Landsleute betrifft: 50 Millionen Deutsche seien zu dick. Da habe man den Eindruck, die Deutschen würden in den Ferien geradezu heuschreckenartig über Urlaubsländer herfallen. Dicke kriminelle Kinder hingegen seien von Vorteil: Die könne man mit ein paar Pralinen anlocken und erspare sich so umständliche Verfolgungsjagden.
Der Dekorationswahn der Frauen in der dunklen Jahreszeit sei ihm völlig unverständlich, sagte Reichow. Er vermutete, Frauen bräuchten einfach dieses sichere heimelige Gefühl, wenn die Tage kürzer würden. Männer hätten dieses Bedürfnis auch, würden es aber mit einer Flasche Bier befriedigen.
Aufrichtig bedauerte Reichow die englische Königin. Habe sie doch auch nach 60 Jahren im Job keinerlei Aufstiegschancen. Fröhlicher hingegen sei ihre Mutter gewesen. Allerdings habe diese bereits zum Frühstück einen Gin Tonic zu sich genommen. „101 Jahre ist die Frau geworden: Da frage ich mich doch, warum ich morgens immer noch mein Müsli einweiche“, so Reichow. Traurig sei auch, was derzeit in der katholischen Kirche stattfinde. Ob einige Bischöfe vielleicht doch nicht in den Himmel kämen? Aber der Weg dorthin sei sowieso durch den ganzen Weltraumschrott versperrt.