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Malediva

eingetragen in: 2005 - 2006 | 0

Von Verena Willing, Bocholter-Borkener-Volksblatt
BOCHOLT Was passiert, wenn zwei Diven die Weihnachtsgeschichte neu erzählen, durften am Wochenende die Besucher im Saal Wissing-Flinzenberg in Barlo erleben. Die Bühne Pepperoni präsentierte Malediva“. Gemütlich saßen die beiden Herren, die sowohl stimmlich als auch äußerlich eher an zwei Damen erinnerten, auf der Bühne. Der Lippenstift stach wegen der weiß geschminkten Gesichter besonders hervor.
Weihnachtlich sollte es an diesem Abend in Barlo werden, dafür sorgten nicht nur leuchtende Sterne und ein Weihnachtsbaum auf der Bühne. „Nazareth, 24. Dezember 00“, steigen die Künstler in die Weihnachtsgeschichte ein. „Josef hatte vergessen, ein Hotelzimmer zu buchen, deshalb fand Christi Geburt in einem Stall statt“, so „Malediva“. Mit bissigem Humor, der teilweise unter die Gürtellinie ging, überzeugten „Malediva“ ihr Publikum von Anfang bis Ende.
Verknüpft wurden die kleinen Geschichten der Spaßmacher mit hervorragender Klaviermusik und Gesang. Am besten schien dem Publikum die Improvisation der Comedians zu gefallen. Ständig flackerte das Licht im Saal Wissing-Flinzenberg. „Malediva“ nahmen es mit Humor: „Vielleicht fährt die alte Frau, die im Keller den Dynamo antreibt, nicht schnell genug.“ Das Publikum war völlig aus dem Häuschen. „Ihr könnt das Licht jetzt auch wieder ausschalten, wir sind von vorne schon durch“, so „Malediva“ zur Technik.
Die Künstler präsentierten sich als zwei Streithähne, die bestens harmonierten. Private Konflikte trugen sie auf der Bühne öffentlich aus. Zur Weihnachtszeit darf das Thema Elternbesuch nicht fehlen. „Malediva“, die ein Paar geben, wollen Weihnachten am liebsten zu Hause bleiben. Und so fallen den androgynen Wesen zahlreiche Gründe ein, warum das Weihnachtsfest bei den Eltern so schlimm ist. „Deine Eltern könnten sich mal eine neue Lichterkette kaufen, die ist nämlich noch von 1930“, zickten sich die beiden Diven an. „Wenn ein Lämpchen kaputt geht, trennt mein Vater es raus und setzt eine Lüsterklemme ein.“ – „Schade nur, dass an eurem Baum inzwischen mehr Lüsterklemmen als Lichter sind“, befindet Tetta, so heißt die eine Hälfte von „Malediva“.
Auch ein Versprecher von Tetta sorgt für Lacher im Publikum. Anstatt „Lametta“ sagt der Künstler „Lamotta“. Seine bessere Hälfte befindet: „Lamotta heißt künftig das goldene Lametta.“ Neben den Späßen stand der Gesang im Mittelpunkt. Mit ihrem Pianisten Florian Ludewig boten „Malediva“ moderne Chansons für alle Stimmungslagen.

Aus dem Tourtagebuch

03.12.2005/Bühne Pepperoni, Bocholt Lo war krank! Wir mussten Duisburg absagen und Langenfeld. Das tut uns sooo leid! Es kam so schnell ein Magen-Darm-Ding daher, dass es nur noch möglich war, das arme Wurm ins Bett zu packen und alle zu enttäuschen, die Karten gekauft und sich auf den Weg gemacht hatten! Sorry! Nach Bocholt hat Lo sich dann wieder geschleppt und es nicht bereut. Klaus und Christa sind Schätze, wie man sie nicht oft findet, das Publikum in Bocholt lauscht und freut sich und lacht über die Weihnachtsgeschichte mit dem sprechenden Heu, die Techniker Chris und Roger sind Helden der Arbeit, unser Herr Lesky sowieso, das Licht spinnt, gibt aber ansonsten nur zur Freude anlass (und zu ein paar blöden Sprüchen über die ollen Bocholter Ommas, die im Keller die Dynamos treten müssen) und schon kurz vor Mitternacht liegt Lo schon wieder dick eingewickelt im Hotel Maestral und denkt: das ist ja noch mal gut gegangen. So kann es auch kommen.

23.11.02 / Bühne Pepperoni, Bocholt Bocholt liegt nahe der Holländischen Grenze und dort warten Klaus Hoffs und seine fabelhafte Frau Christa in einem Allzwecksaal in Bocholt-Barlo und mit ihnen warten 360 Abonnenten. Das könnte furchtbar sein, wenn es nicht so nett wäre, durch die Sachen die Klaus und Christa tun und sagen, darunter ein Besuch beim örtlichen Jugoslawen und Zigaretten für den Nachhauseweg und Zimmer im ersten Hotel der Stadt und reizende Leute, die zuhören und lachen und klatschen und uns damit überraschen, denn es hätte auch schlimm kommen können, wie gesagt – ist es aber nicht. Wie schön.