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Marlene Jaschke

eingetragen in: 2006 - 2007 | 0

Von Daniel Schulzek, Bocholter-Borkener-Volksblatt
BOCHOLT Einfach mal „das Skelett klappern lassen“ – das sei gesund, meinte Marlene Jaschke. Und wann klappert das Skelett am meisten? Beim Laufen natürlich. Und deshalb suchte sich die Kabarettistin zwei Zuschauer aus, die mit ihr durch den Publikumsraum „walkten“ – zum Vergnügen der Besucher. Die amüsierten sich köstlich über Jaschkes Programm „Verflixt noch mal!“, das die Bühne Pepperoni am Samstagabend im Stadttheater präsentierte.

Auf Jaschkes Kopf flankte ihr Markenzeichen: der rote Kompotthut. „Ohne den Hut gehe ich nicht aus dem Haus“, unterstrich sie. Dazu trug die Kabarettistin ein beiges Kostüm mit einer roten Bluse. Unaufhörlich lief sie auf der Bühne umher. Ihr Gang versprach chronische Rückenschmerzen: Den Oberkörper hatte sie stets nach vorn gebeugt – wie eine Ente, die der Bewegungsdrang permanent im Kreis herum treibt. Und wie eine Ente konnte Jaschke ihren Schnabel nicht halten: Sie erzählte über verpfuschte Schönheits-OPs, oder ihren treuen Wellensittich Waltraud der gelegentlich zum Rock’n’Roll-Tanzen herhalten muss. Und wenn Jaschke mal nicht redete, dann sang sie: Urplötzlich wechselte die Kabarettistin vom Plauderton in hohe Stimmlagen; den Peter-Muffay-Song „So bist du“ meisterte sie ebenso wie den Bill-Haley-Hit „Rock Around the Clock“.

Stille auf der Bühne kehrte nur ein, wenn Jaschke eine kurze Trinkpause einlegte: Um ihre Stimmbänder zu ölen, hatte sie eine Kanne Tee mitgebracht. „Denn wer viel trinkt, bleibt schön“, belehrte sie ihr Publikum. Und nach einem zweiten Schluck aus ihrer Teetasse fügte sie an: „Mein Mann Werner trinkt auch viel – nur immer das Falsche“.

Die Zuschauer band Jaschke des Öfteren in ihre Sketche ein. Etwa in ihre „Aerobic-Stunde“: Die Zuschauer sollten ihren Kopf zuerst nach links drehen und ihrem Nebenmann „Hallo“ sagen. Dann war die rechte Seite dran. „So, jetzt haben sie ihre Halswirbel bewegt und waren dabei auch noch freundlich“, sagte sie hinterher zu den Zuschauern.

Nach ihrem 90-minütigen Auftritt verabschiedete sich Jaschke – zuerst von den zwei Zuschauern, die mit ihr „gewalkt“ waren, dann von den anderen Zuschauern. Sie nahm ihre Teekanne und verschwand hinter der Bühne. Es wäre ein stiller Abgang gewesen – wenn das Publikum nicht tosend applaudiert hätte.