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Matthias Deutschmann

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Bocholt (bas). „Ob Fragen zur Weltpolitik, aus Kirche oder zu Künstler: In seinem Programm hat der Kabarettist Matthias Deutschmann zu allem etwas zu sagen. Seine ironische Betrachtungsweise der Dinge und seine spitzen Bemerkungen kamen beim Publikum im Textilwerk an.

Weltpolitisch gesehen durfte etwa ein Hilfsangebot für Griechenland nicht fehlen, denn die Griechen hätten auf unsere Kultur schließlich großen Einfluss, so der Kabarettist. Sein Vorschlag: „Für jedes Wort aus dem Griechischen zahlen wir 50 Cent in den Euro-Rettungsfond.“ Dann klingele selbst beim Ruf nach einem Taxi jedes Mal die Kasse.

Die Pause brauchten die Gäste der Bühne Pepperoni nicht nur, um sich mit Getränken zu versorgen. Die von Deutschmann abgefeuerten Spitzen wollten erst mal verdaut werden. Der Kabarettist bewegte sich mit seinen Ausführungen auf hohem Niveau.
Im zweiten Teil seines Programms nahm Deutschmann sich und sein Lebensumfeld in Baden-Württemberg aufs Korn. „Stuttgart 21“ und die Bundesbahn waren dankbare Themen. So könne er als Freiburger es sich sehr gut vorstellen, das Konzept Stuttgart 21 umzustellen, sagte Deutschmann: „Der Bahnhof bleibt oben, Stuttgart geht nach unten!“

Immer wieder ging Deutschmann auf die neue Spielstätte der Bühne Peperoni in der Textilwerk-Spinnerei ein. Angesichts der Raumgröße könnte es sich schon nicht mehr um „Kleinkunst“ handeln, meinter er. Die schwierige Akustik im Saal veranlasste den Künstler öfters zu humorvollen Randbemerkungen. Viele der Zuhörer werden ihm da zugestimmt haben, denn trotz intensiver Bemühungen durch die Tontechnik war es in einigen Bereichen des Raumes äußerst schwer, seinem Wortfeuerwerk zu folgen.
Häufig griff der Kabarettist zum Cello. Mal ließ er den Zuhörern mit ruhigem, leisen Spiel Zeit, den ironischen Unterton seiner Worte zu erfassen, mal unterstrich er mit besonders kraftvollem Bogenstrich seine spitzen Bemerkungen.

Am Ende hatte Deutschmann doch noch nicht alles gesagt – der Beifall des Publikums holte ihn noch einmal für eine Zugabe auf die Bühne.

BBV