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Open Air: Tom Gaebel

eingetragen in: 2007 - 2008 | 0

VON DANIEL SCHULZEK, BBV
BOCHOLT Was Tom Gaebel als „Überraschung“ und als „Kunststück“ anpries, entpuppte sich als ein kurzes Eindreschen auf zwei Bongo-Trommeln. Die Trommelschläge dienten aber nur als Intro zum Song „Such a Happy Day“ – und der erwies sich als das eigentliche Kunststück; Denn mit seiner Stimme verzauberte der Sänger am Samstagabend auf dem Gasthausplatz die rund 700 Zuschauer und -hörer.
Die Bühne Pepperoni hatte den aus Rundfunk und Fernsehen bekannten Gaebel eingeladen, seine stimmgewaltigen Kunststückchen in Bocholt zu präsentieren. Darunter waren sowohl eigene Kompositionen als auch Interpretationen. Ganz der Gentleman, ließ Gaebel seiner Band den Vortritt: Das elfköpfige Ensemble legte einen Instrumentalen Swing hin, bis ihr Sänger aus der Gaststätte „Werk II“ heraustrat und sich zu seinen Musikern auf die Bühne gesellte. Vor dem Konzert hatte das Musiker-Duo „Django Flint“ das Publikum mit Songs von Ronan Keating oder den Beatles unterhalten.
Schwarzer Anzug, dunkle Lackschuhe, offenes, weißes Hemd – so betrat Gaebel die Bühne. Bocholt, das sei fast seine Heimat, sagte er, denn da er seine Kindheit in Ibbenbüren verbracht habe, sei auch er echter Münsterländer. Damals „habe ich viel Fernsehen geguckt“, sagte er. Und eines seiner TV-Erlebnisse wandelte er nur wenig später in einen Song um: Zur Titelmelodie der Fernsehserie „Captain Future“ hatte er einen Text geschrieben. Das Ergebnis: das melancholische Lied „My Song to You“. Fetziger zeigte sich der Allround-Musiker – er singt nicht nur, sondern spielt auch mehrere Instrumente – mit seiner Interpretation des Titelsongs von der „Biene Maja“. „Ich behaupte: Man kann aus jedem Song einen Swing-Song machen“, hatte Gaebel zuvor angekündigt. Dann stimmte er die erste Textzeile von der bekannten Biene in einem unbekannten Land an – tatsächlich in einer Swing-Version.
Die Interpretationen bekannter TV- und Kino-Klassiker wechselten sich mit Covern von Frank Sinatra ab. So jubelten die Leute schon bei den ersten Takten, als Gaebel „New York, New York“ anstimmte. Dazwischen mischte der Künstler eigene Songs wie das verspielt-verträumt klingende „Springtime“.
Irgendwo mittendrin lieferten sich die drei Saxophonisten einen musikalischen Schlagabtausch und versuchten, sich im Wechsel mit virtuosen Soli gegenseitig zu toppen. In den Wettstreit klingte sich kurz darauf auch Gaebel ein, allerdings nicht am Saxophon, sondern am Schlagzeug: Er trommelte mit seinem Drummer um die Wette.
Nach knapp zwei Stunden wollten die Zuschauer Gaebel offenbar gar nicht gehen lassen: Sie forderten lautstark Zugaben, worauf Gaebel samt Band zweimal auf die Bühne zurückkehrte. Dann aber verschwanden die Musiker endgültig wieder im „Werk II“. Als echter Gentleman ließ Gaebel natürlich seiner Band am Eingang der Gaststätte den Vortritt.

Tom Gaebel
Mit seinem Auftritt bei der „TV Total Silvestergala“ wurde Tom Gaebel bekannt. Unter anderem ist der studierte Jazzmusiker schon beim „Kölner Treff“, der „Goldenen Kamera“ oder der Sendung „Zimmer frei“ aufgetreten. Derzeit ist er auf Deutschland-Tour. Acht Alben hat der Musiker bereits herausgebracht. Seine neue CD soll im November erscheinen.