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Robert Kreis

eingetragen in: 2012 – 2013 | 0


Ein Meister der Couplets und Chansons
Robert Kreis bewahrt die Schätze der Kleinkunst aus den 1920er-Jahren vor der Vergessenheit
Bocholt. Er strahlt den Charme der zwanziger Jahre aus, kreis(t) das Publikum ein, nimmt es mit auf eine literarisch-musikalische Reise und bewahrt diese große Ära der Kleinkunst ganz nebenbei vor der Vergessenheit. Couplets, Schlager und Chansons, zeitlose Texte der jüdisch-deutschen Unterhaltungskunst von damals sind durch Robert Kreis lebendig wie einst. Beschwingt und mit viel Spaß und Freude erlebte das Publikum am Samstag den Entertainer auf der Bühne Pepperoni. Ob bei den Flüsterwitzen Willy Rosens („Heil Hitler“ – „Heil du ihn doch!“) oder wenn Kreis Richard Tauber, den Michael Jackson der 1920er, parodierte („Ich küsse Ihre Hand Madame“): Das Publikum amüsierte sich köstlich.
Selbst die frivolen, schlüpfrigen Witze aus dem „Schlagerbuch zum Fünf-Uhr-Tee“ trug der Entertainer mit so viel Charme vor, dass seine Zuhörer immer wieder schallend lachten. Seine Leidenschaft für die Goldenen Zwanziger ist nun mal unverkennbar.

Wie ein Pfau stolzierte Kreis mit effektvoller Mimik über die Bühne und sang „Ich bin so scharf auf Erika wie Kolumbus auf Amerika“ oder „Komm’ in mein‘ Salon und nasch’ von mei’m Bonbon“. Dazu machten sein Spiel am Flügel und die ausgezeichnete Akustik den Abend in der Textilwerk-Spinnerei zum Genuss.
Die Aktualität der Themen aus den „Goldenen Zwanzigern“ machte Kreis mit solchen Sprüchen deutlich: „Miese Zeiten, miese Zeiten, wo man hinsieht, lauter Pleiten“ oder mit dem Treppenwitz vom Börsenverein: „Wo ist die Toilette?“ Antwort: „Gibt es nicht, hier besch . . . jeder jeden“.

Mit kessen Wortspielereien entzückte der Niederländer, der „ja nun Jopi Heesters ersetzen muss“, sein Publikum immer wieder. „Der Papst lernt Griechisch, weil er mit seinem Latein am Ende ist“, will Kreis beispielsweise erfahren haben.
Langweilig wurde es bei der Bühne Peperoni nicht. Das Publikum lachte bei Otto Reuters Blusenkauf und dem Bade-Potpouri aus den Zwanzigern mit „Meine Braut, die Wilhelmine, schwimmt wie eine Ölsardine“ genauso wie über Henriette Davids Abschiedstournee.

BBV, Gudrun Schröck

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