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Springmaus

eingetragen in: 2005 - 2006 | 0

Von Renate Witteler , Bocholter-Borkener-Volksblatt
BOCHOLT Ein paar Sketche zum Aufwärmen, und dann geht’s ab. Zuschauer werfen den vier Bonner Springmäusen, die „über Burlo nach Barlo“ zur Bühne Pepperoni gekommen sind, Stichwörter zu und können sich bald vor Lachen nicht mehr auf ihren Stühlen halten. Komisch, witzig, genial – einfach herrlich ist das, was die Improvisationskünstler daraus für Geschichten machen. Wer denkt, jetzt ist der Höhepunkt erreicht, irrt. So geht es weiter, bis zum Schluss.
Heidi Kabel bekommt ein Geschenk – ein Buddelschiff, verpackt in einem Kondom: Toll, wie Norbert Frieling diese – aus Vorschlägen des Publikums gebastelte – Blödel-Aussage herausfindet! Nur anhand der Zeichensprache von Michael Becker, der sich hinter ihn stellt und ihm Hände und Arme „leiht“ – das ist genial.
Bei Hamminkeln seien sie von der Autobahn abgefahren, hatte Silke Vennemann zuvor erzählt. „Das klingt wie das, was wir in den Grünkohl tun“. Und „Hamminkeln“ lässt sie nicht mehr los. Denn als sie die Namen von zwei hiesigen, „befeindeten“ Städten wissen will, ruft ein Zuschauer „Hamminkeln und Dingden“ in den Saal. „Was sagt ihr denn über Dingderaner?“ – „Die sind geizig“, ruft eine Frau, „Das sind Rheinländer“, sagt ein Mann. „Wir gehören zu Hamminkeln“, erklärt eine Dingdenerin schließlich. „Aber die Dingdener wollen nicht zu Hamminkeln gehören.“
Jetzt haben die Springmäuse verstanden. Schnell lassen sie sich aus dem Publikum ein paar „Utensilien“ wie „Pampers unisex“ und Genres wie Krimi, Frauenroman und Volksmusik nennen. Eine skurril-witzige „Beziehungsgeschichte“ aus „Dingden mit innerlich befestigter Stadtgrenze zu Hamminkeln“ entsteht. web hosting ip „Stopp“, ruft Frieling, und schon wechseln die Springmäuse das Genre. Nein, der Schwiegervater soll nicht noch mal die Couch einnässen – das ist der Horror: „Ohne Pampers kann ich nicht pinkeln in Hamminkeln“, singt Becker. „Gerapt“ heißt es später: „Wir haben in Hamminkeln nur Raps und trinken Kartoffelschnaps.“ Und als „Untertitel“ der italienischen Oper singt Vennemann: „Reißt die Stadtgrenze ein!“
Immer wieder taucht auch die „Kamasutra-Stellung“ mit dem vom Publikum zusammengestellten Titel „Der geschmeidige Tapir singt im Fjord“ auf. Herr „Weißweinschorle“ (Becker) übersetzt die Erklärung von Frau „Mauerbrechersteinbeißer“ (Vennemann) in Gesten. Und verrenkt sich natürlich schon bei den Namen bis zum „Geht-nicht-mehr“. Die Zuschauer brüllen vor Lachen – auch bei der Liebesgeschichte von Günther und Monika, einem Paar aus dem Publikum. Crisminebase Viel über sie erfahren die Springmäuse nicht. Um so erstaunlicher ist es, wie viel sie daraus machen: ein herrlich-blödes Musical.
Nett, dass die Springmäuse dem Bocholter Paar anschließend das „Musical“ auf Video schenken. Auch die übrigen Zuschauer zeigen sich begeistert und verlangen Zugaben. Und wer jetzt Bauchschmerzen hat, weiß warum: Das ist Muskelkater vom vielen Lachen.