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Springmaus

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Dienstag, 02. Oktober 2012

Haarsträubende Geschichten
In der Spinnerei werden die Springmäuse als „Meister der Improvisation“ ihrem Ruf gerecht

Bocholt. Kurzerhand umgeschrieben wurde die Bocholter Stadtgeschichte am Dienstagabend in der Spinnerei. Die Künstler des Improvisation-Theaters „Springmaus“ begaben sich auf „die Suche nach der Superstory“. Stichworte aus den Zuschauerreihen genügten den drei Springmäusen, um daraus äußerst witzige, wenn auch haarsträubende Geschichten zu konstruieren.
So ging es an diesem Abend nicht nur in den wilden Westen, sondern auch auf eine Zeitreise ins Mittelalter. Der fingierte „Graf von Bokelt“ (Norbert Frieling) geriet mit dem ebenso erdachten „Graf von Winterswijk“ (Gilly Alfeo) in einen heftigen Streit. Hebamme Bärbel (Vera Passy) warnte den adeligen Bocholter: „Ganz Bokelt ist von den Holländern umzingelt: Die belagern uns in Caravans!“. Nur durch das beherzte Eingreifen der Hebamme konnte Bocholt gerettet werden. Sie mischte das vermeintlich aphrodisierende Mittel „Pindakaas“ (Erdnussbutter) in die Suppe der Streitenden, woraufhin die Grafen in heftige Liebe zueinander entbrannten und Winterswijker sowie Bocholter fortan in Freundschaft lebten.
Christa Hoffs von der Bühne Pepperoni hatte die Zuschauer in der ausverkauften Spinnerei begrüßt. „Sie brauchen viel Mut, um bei den Springmäusen in der ersten Reihe zu sitzen!“ Allerdings waren auch die Besucher in den hinteren Reihen vor den charmant-komischen Übergriffen der Kabarettisten nicht sicher. Passy und Frieling begaben sich in die Zuschauerreihen, stellten Fragen und unterhielten sich mit den Gästen.
Die Liebesgeschichte der Theaterbesucher Liesel und Alex bot eine steile Vorlage für die Komödianten. Die Bühne wurde zur Sauna des Bahiabades erklärt, Passy und Frieling spielten Liesel und Alex. Alfeo übernahm die Rolle des „Sauna-Boys“ und zeigte bei dieser Gelegenheit die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines Herrenjacketts. Dieses wurde zweckentfremdet, um damit den aufsteigenden Dampf im „Saunabereich“ zu verteilen.
Auch später wurde das Jackett zum wertvollen Requisit. Stramm um die Hüften gebunden stellte es eine Metzgerschürze dar, zusammengeknüllt und unter Alfeos Oberhemd gequetscht, wurde aus der Jacke ein unförmiger Schwangerschaftsbauch. Ganz zum Schluss benutzte Passy das Jackett noch als Wischlappen und reinigte damit die Bühne.
Großartig waren die musikalischen Einlagen der drei Künstler – ob a cappella oder mit Klavierbegleitung. Alfeo mischte aus den drei Stücken „Biene Maja“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ sowie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ eine umwerfende Klavierkomposition. „Oh ja, Drafi Deutscher und Karel Gott wollten immer schon mal was zusammen machen“, meinte er.

Von Anya Knufmann, BBV

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