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Urban Priol 2005

eingetragen in: 2005 - 2006, 2005 Urban Priol | 0

Nordrhein-Westfälischer-Kleinkunstpreis®
Bocholter Pepperoni® an Urban Priol

Idee: Christa + Klaus Hoffs

Durchführung: Bühne Pepperoni und Stadtsparkasse Bocholt

Bereits zum zweiten Mal wurde am 10. September der Nordrhein-Westfälische-Kleinkunstpreis, die „Bocholter-Pepperoni“ an den Solo-Kabarettisten und Querdenker Urban Priol verliehen. Die ehrenamtliche Jury entschied sich auch diesmal wieder einstimmig für den Künstler, der ein Meister seines Fachs ist und zur Creme de la Creme des politischen Kabaretts gehört.

Der mit 15.000,– € höchstdotierte deutsche Kleinkunstpreis wurde in Bocholt schon weit vor der Veranstaltung als „Das Kabarett Highlight 2005“ gehandelt. Diese hohe Erwartungshaltung wurde an dem Abend voll und ganz erfüllt.

Da das Preisgeld von den obenstehenden Sponsoren erbracht wurde und alle Beteiligten ehrenamtlich tätig waren, konnte der Erlös der Veranstaltung in Höhe von 11.500,– € dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. für die Einrichtung eines Beratungsladens in der Osterstraße übergeben werden.

Neben der Nordrhein-Westfälischen Landtagspräsidentin, Frau Regina van Dinther, konnte Christa Hoffs auch Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo und weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft im restlos ausverkauften Städtischen Bühnenhaus begrüßen. Durch den Besuch unterstützt Frau van Dinther die besondere Bedeutung der persönlichen Engagements im Bereich der Kultur und der Förderung der Kultur in Nordrhein-Westfalen. Dies unterstrich die Landtagspräsidentin in ihrem Grußwort und bedankte sich bei den Initiatoren der Bocholter Pepperoni – den Eheleuten Christa und Klaus Hoffs, denn wie sagte doch Karl Valentin so treffend: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Aber auch Peter Nebelo betonte in seinem Grußwort, dass die Bühne Pepperoni ein Ort für „hochwertige Kleinkunst“ sei, der „seinem Ruf als Geheimtipp längst über Bocholts Grenzen“ ausgedehnt hat.

Die Liste der Auszeichnungen von Urban Priol ist lang. Unter diesen befinden sich der Deutsche Kabarettpreis und so wohlklingende Namen wie Goldener Kulturbeutel, Salzburger Stier und Gaul von Niedersachsen. Der Preisträger ist – so die Laudatio von Horst Koenen – wenn er auf ein Thema oder eine Person zugeht „gnadenlos, aber immer fair. Mit seinen kabarettistischen Hörnern durchpflügt er das menschliche und politische Dickicht der Welt und trifft zielsicher den Nerv. Sein satirischer Gemischtwarenladen ist täglich frisch sortiert und er lässt es sich nicht nehmen, dem geneigten Publikum seine Erkenntnisse auf dem Silbertablett zu servieren, mit seiner wunderbaren Körpersprache als Sahnehäubchen oben darauf“, so Koenen.

In zwei großen Häppchen servierte Urban Priol dann sein satirisches Programm „täglich frisch“ und übertraf die hohen Erwartungen des völlig begeisterten Publikums mit seinen messerscharfen Pointen. Urban Priol beweist, dass er zu Recht mit dem Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde. Mehr als zweieinhalb Stunden tischte er den Zuhörern die scharfgewürzten Zutaten aus seinem kabarettistischen Bauchladen auf: Atemlose Geschichten, die mindestens so haarsträubend sind wie das Outfit des bekennenden Unterfranken.

Auch wenn man sich bei dem Turbotempo, das der Kabarettist bei seinen bissigen Schlaglichtern an den Tag legte, zuweilen eine längere Verweildauer gewünscht hätte – dieses Festival an hintergründiger Zeitkritik wäre schon für sich preisverdächtig gewesen. Bis zur nächsten „Bocholter-Pepperoni“ dauert es nun ein wenig – leider; denn der Nordrhein-Westfälische-Kleinkunstpreis wird nur alle zwei Jahre verliehen – schade. Bis dahin freuen wir uns auf zahlreiche weitere kabarettistische Leckerbissen der Bühne Pepperoni.

(Joachim Schüling)