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Weiber, Weiber

eingetragen in: 2009 - 2010 | 0

Weiber, Weiber – Sind Tangas unbequem? Springmäuse nehmen auf der Bühne Pepperoni die Wechseljahre aufs Korn

VON ANYA KNUFMANN
„Frauen in den Wechseljahren sind doch nur Kellnerinnen beim Bankett des Lebens“ – da waren sich die vier Damen des Springmaustheaters einig. In ihrem Programm „Weiber, Weiber – Klimawechsel“ präsentierten Claudia Gorzalka, Elke Schlimbach, Elsie Nabu und Susanne Flury am Samstagabend auf der Bühne Pepperoni in Barlo Geschichten direkt aus dem Leben gegriffen.

Ob Hitzewallungen, Beziehungskrisen oder unkontrollierbarer Harndrang – Frauen im Klimakterium haben es nicht leicht. Wenn bereits beim Verlassen des Hauses genau überlegt werden muss, wo sich die nächste Toilette befindet, um nicht während der Einkaufstour in „Nöte“ zu geraten, dann haben die Wechseljahre voll zugeschlagen.

Abwechselnd mit hervorragenden Gesangseinlagen boten die Künstlerinnen ein Comedyprogramm vom Feinsten. Instrumental wurden die Springmäuse von Ariane Baumgärtner (Klavier) und Sonja Nickenig (Schlagzeug) begleitet. Ob Falten sich effektiv nur durch eine Botox-Behandlung bekämpfen ließen, probierten die Damen auf einer so genannten „Botox-Party“ aus. Leider missglückte der Versuch und hinterließ nur diverse Gesichtslähmungen.

Optische Mängel im Badezimmer

Altwerden ist eben nichts für Feiglinge, meinten die Weiber und beschlossen einstimmig: „Beim nächsten Mal doch lieber eine Tupper-Party.“ Die Lösung für optische Mängel war dann doch noch schnell gefunden. „Wir werden nicht älter, wir brauchen nur länger im Badezimmer“, meinten sie.

Mit der Textzeile „Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß …“, aus dem Lied „Über sieben Brücken“ sprachen die Damen sicherlich vielen ihrer weiblichen Fans aus dem Herzen. Überraschend gut passte auch der Rest des Liedtextes zu den vielen Beschwerden während der Wechseljahre.

Die Diskussion der Weiber über die Vor- und Nachteile von Stringtangas löste große Erheiterung beim Publikum aus. Die Springmäuse versuchten zu klären, ob diese klitzekleinen Unterhöschen nun sexy oder einfach nur unbequem sind.

Auch dem Thema „Mann“ wurde ein großer Teil des Programms gewidmet. Wenn ein Ehemann nach 40 Ehejahren die Scheidung will, um mit seiner jüngeren Sekretärin glücklich zu werden oder ein langjähriger Geliebter plötzlich heiraten möchte und damit die Zukunftspläne seiner selbstständigen Geliebten torpediert, führen diese Probleme, zumindest im Theater, zu witzigen Dialogen der Künstlerinnen und viel Applaus des Publikums.

Sehr begeistert von den Weibern waren unter anderem die Zuschauer Alex Jabs-Hammans und seine Frau. Seit zehn Jahren besucht das Ehepaar aus Gronau die Vorstellungen der Bühne Pepperoni. „Wir suchen uns immer die schönsten Sachen aus. Das Programm der Springmäuse hat mich vieles aus meinem Alltag wiedererkennen lassen“, erklärte Jabs-Hammans. Erst nach einer Zugabe und viel Applaus durften die Künstlerinnen die Bühne verlassen.